Europaweite Ökobilanz für Verpackungen von Softdrinks ohne Kohlensäure: Kartonpackung mit bester CO2- und fossiler Rohstoffbilanz



Mai 2011. In einer europaweiten Ökobilanzanalyse von PET-Einweg- und Glas-Einwegflaschen sowie Kartonpackungen für Softdrinks ohne Kohlensäure wurde jetzt belegt: Kartonpackungen haben in allen Formatgrößen im Vergleich zu den marktüblichen Verpackungsalternativen ein Umweltprofil, das vor allem im Hinblick auf die CO2-Bilanz, den Verbrauch fossiler Rohstoffe und den Verbrauch an Primärenergie signifikante Vorteile hat. Im 1-Liter-Format, der Verpackungsgröße mit der höchsten Marktrelevanz, lassen sich beispielsweise mit Kartonpackungen im Vergleich zu PET-Monolayerflaschen 28 Prozent CO2-Emissionen, 51 Prozent fossile Ressourcen und 24 Prozent Primärenergie einsparen. Die aktuelle, unabhängig geprüfte Studie des Institutes für Energie- und Umweltforschung (IFEU) sieht maßgeblich die gute Umweltperformance inklusive der Erneuerbarkeit des Hauptrohstoffes und den ressourceneffizienten Materialeinsatz als ausschlaggebende Faktoren für das positive Umweltprofil der Kartonpackung. Sie besteht bereits heute zu 75 Prozent aus dem nachwachsenden, vollständig erneuerbaren und biobasierten Rohstoff Holz.

Umweltthemen spielen in Politik, Wirtschaft und bei Verbrauchern gleichermaßen eine große Rolle. Dabei rücken auch Lebensmittelverpackungen zunehmend in die Betrachtung. Entlang ihres gesamten Produktlebensweges haben Verpackungen unterschiedliche Umweltauswirkungen. Um valide, wissenschaftlich fundierte und abgesicherte Fakten zu generieren, welche Umweltauswirkungen Kartonpackungen für Softdrinks ohne Kohlensäure im Vergleich zu Verpackungsalternativen wie Glas- und PET-Einwegflaschen haben, hat SIG Combibloc eine vergleichende europaweite Ökobilanzstudie beim Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) in Heidelberg (Deutschland) in Auftrag gegeben. Maßgabe war es, die Umweltauswirkungen unterschiedlicher Verpackungssysteme für kohlensäurefreie Softdrinks (non-carbonated Soft Drinks (NCSD)) zu analysieren und nach dem für Ökobilanzen vorgegebenen ISO-Standard ISO 14040ff zu bewerten. Das unabhängige IFEU-Institut ist eines der renommiertesten ökologischen Forschungsinstitute in Europa und arbeitet unter anderem auch für Ministerien, internationale Umweltverbände, das Deutsche Umweltbundesamt sowie zahlreiche Wirtschaftsunternehmen.

Umweltprofil entlang des Produktlebensweges
Michael Hecker, Head of Group Environment, Health & Safety bei SIG Combibloc: „Bei der aktuellen Vergleichsanalyse sollten die marktrelevanten Verpackungen für Säfte, Nektare und Fruchtsaftgetränke ohne Kohlensäure im Fokus der Betrachtung stehen: Dazu gehören neben unseren Kartonpackungen in erster Linie Monolayer-Einwegflaschen aus PET. Der Vollständigkeit halber wurden im 1-Liter-Bereich auch Multilayer-Einwegflaschen aus PET, die eine vergleichbare Produktschutz- und Barriereeigenschaft wie Kartonpackungen haben, und Glaseinwegflaschen in die ökobilanzielle Betrachtung eingeschlossen, die jedoch eine deutlich geringere Marktbedeutung in diesem Produktbereich haben. Die Studie nahm dabei alle wesentlichen Faktoren und Prozesse kritisch unter die Lupe, die in den Produktlebenswegen der Verpackungen umweltrelevant sind.“ Die Gewinnung und Verarbeitung der Verpackungsrohstoffe wurden dabei ebenso berücksichtigt wie die Verpackungsherstellung, der Transport, der Verpackungsprozess der Lebensmittel, die Distribution bis zum Handel und das Recycling, respektive die Entsorgung der Packung nach dem Gebrauch. In jeder Stufe des Produktlebensweges wurden sowohl die entscheidenden ressourcenrelevanten als auch die emissionsbezogenen Umweltkategorien untersucht und bewertet. Im Bereich des Ressourcenverbrauches kommen etwa der Verbrauch fossiler Rohstoffe, die Menge der eingesetzten Primärenergie und die Naturraumbeanspruchung zum Tragen. Im Bereich der Emissionen fließen der CO2-Ausstoß und der damit in Verbindung stehende Klimawandel ebenso mit ein wie die Feinstaubbelastung der Luft sowie die Eutrophierung und Versauerung von Böden und Gewässern. Als die maßgeblichen Umwelt-Wirkungskategorien gelten derzeit der Treibhausgas-Ausstoß, der fossile Ressourcenverbrauch und der Verbrauch an Primärenergie.

Material und Menge entscheiden
Die aktuelle Studie, erstellt nach den international verbindlichen ISO-Standards für Ökobilanzen, belegt: Das verwendete Material und die eingesetzte Materialmenge entscheiden in erster Linie darüber, welche Einflüsse eine Verpackung für NCSD-Produkte während ihres Produktlebensweges auf die Umwelt hat. In allen drei bewerteten Formatgrößen (Kleinformat: PET/Karton 250 ml, Glas 200 ml; Mittelformat: 1.000 ml; Großformat: PET/Karton 1.500 ml) zeigt die Vergleichsanalyse signifikante Vorteile für die Kartonpackung − sowohl im Bezug auf den Ressourceneinsatz als auch im Hinblick auf die Treibhausgas-Emissionen. Besonders günstig wirkt sich die Beschaffenheit der Kartonpackung in den Umweltwirkungskategorien fossiler Rohstoffverbrauch, Einsatz von Primärenergie und CO2-Ausstoß/Klimawandel aus. Im Mittelformat mit der höchsten Marktrelevanz im Bereich Säfte, Nektare und Fruchtsaftgetränke lassen sich im Vergleich zu PET-Monolayern 28 Prozent CO2-Emissionen, 51 Prozent fossile Ressourcen und 24 Prozent Primärenergie einsparen (Einsparung im Vergleich zu Glas: CO2: -70 Prozent; fossile Ressourcen: -68 Prozent; Primärenergie: -56 Prozent. Einsparung im Vergleich zu PET-Multilayerflaschen: CO2: -39 Prozent; fossile Ressourcen: -58 Prozent; Primärenergie: -34 Prozent). Im Kleinformat spart die Kartonpackung im Vergleich zu PET-Monolayern 64 Prozent CO2-Emissionen, 75 Prozent fossile Ressourcen und 61 Prozent Primärenergie ein (Einsparung im Vergleich zu Glas: CO2: -80 Prozent; fossile Ressourcen: -77 Prozent; Primärenergie: -69 Prozent). Und auch im Großformat spart die Kartonpackung im Vergleich zu PET-Monolayern 18 Prozent CO2-Emissionen, 47 Prozent fossile Ressourcen und 14 Prozent Primärenergie ein. Glasflaschen wurden aufgrund fehlender Marktrelevanz in dieser Formatgröße nicht betrachtet.

Insbesondere der ressourceneffiziente Einsatz von erneuerbarem Rohstoff, der zudem mit einem hohen Anteil an erneuerbarer Energie hergestellt wird, und das geringe Gewicht tragen zur positiven Umweltperformance der Kartonpackung bei. Sie verbraucht signifikant weniger fossile Ressourcen als PET- und Glasflaschen, denn sie besteht bis zu 75 Prozent aus Zellstoff, der aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gewonnen wird. Entsprechend liegt die Kartonpackung zwar in der Umweltwirkungskategorie „Naturraumbeanspruchung“ hinter den Verpackungen aus fossilen Rohstoffen, jedoch steht der nachwachsende Rohstoff im Gegensatz zu endlichen Ressourcen bei verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung immer wieder neu zur Verfügung. Hinzu kommt: Holz ist kohlenstoffneutral und verändert somit das CO2-Gleichgewicht in der Atmosphäre nicht. Der Grund für die CO2-Neutralität: Während des Wachstums nehmen Bäume zunächst Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und speichern es. Verbrennen oder verrotten Bäume späterhin, setzen sie genau die Menge an CO2 frei, die sie im Vorfeld aufgenommen haben.

Die Ergebnisse der Ökobilanz des IFEU-Institutes wurden von den unabhängigen LCA- und Verpackungsexperten Prof. Dr. Walter Klöpffer, Hans-Jürgen Garvens und Dr. Fredy Dinkel begleitet, kritisch geprüft und bestätigt.

Michael Hecker: „Die Verpackungsbranche ist äußerst dynamisch. Die Ergebnisse der jüngsten, kritisch geprüften Ökobilanzstudie für Verpackungslösungen von Softdrinks ohne Kohlensäure lassen uns klar erkennen, dass die Kartonpackung in ihrem heutigen Verbundaufbau selbst bei künftig angestrebten Optimierungen von Verpackungsalternativen – beispielsweise bei der Verwendung von PET-Recyclaten – umweltbilanziell weiterhin deutliche Vorteile aufwiese. Doch auch wir bleiben in der Entwicklung nicht stehen, sondern arbeiten intensiv daran, den ökologischen Fußabdruck unserer Kartonpackung für NCSD-Produkte weiter zu verkleinern, so dass sie auch künftig eine der umweltfreundlichsten Verpackungslösungen bleibt. Hier denken wir etwa auch im Bereich von Säften, Nektaren und Fruchtsaftgetränken an einen neuartigen Kartonverbund, der das Potenzial haben wird, rund 20 Prozent CO2 einzusparen.“

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In einer europaweiten Ökobilanzanalyse von PET-Einweg- und Glas-Einwegflaschen sowie Kartonpackungen für Softdrinks ohne Kohlensäure wurde jetzt belegt: Kartonpackungen haben in allen Formatgrößen im Vergleich zu den marktüblichen Verpackungsalternativen ein Umweltprofil, das vor allem im Hinblick auf die CO2-Bilanz, den Verbrauch fossiler Rohstoffe und den Verbrauch an Primärenergie signifikante Vorteile hat.
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Im 1-Liter-Format, der Verpackungsgröße mit der höchsten Marktrelevanz, lassen sich beispielsweise mit Kartonpackungen im Vergleich zu PET-Monolayerflaschen 28 Prozent CO2-Emissionen einsparen.
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Auch beim Verbrauch fossiler Ressourcen lassen sich im Mittelformat beispielsweise mit Kartonpackungen im Vergleich zu PET-Monolayerflaschen 51 Prozent einsparen.
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Heike Thevis – Pressereferentin
SIG International Services GmbH
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SIG Combibloc ist einer der weltweit führenden Systemhersteller von Kartonpackungen und Füllmaschinen für Getränke und Lebensmittel und erzielte 2010 mit rund 4.650 Mitarbeitern in 40 Ländern einen Umsatz von 1.360 Millionen Euro. SIG Combibloc ist Teil der neuseeländischen Rank Group.


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